2008 - 2010 Digitales Geschichtenerzählen

Ein Projekt im Rahmen der Sozialen Stadt 2008-2010 in Kooperation mit der Eichendorffschule Grünbühl und der ev. Martinsgemeinde

Die Digitalen Geschichten fanden sowohl in 2009 als auch in 2010 statt. Das erste Projekt wurde mit Teilnehmerinnen der Frauengruppe der evangelischen Martinsgemeinde durchgeführt, das zweite mit Grundschulklässlern der Eichendorffschule in Grünbühl. Ein drittes Projekt involvierte Konfirmandinnen der evangelischen Martinsgemeinde.
Eine sehr einprägsame und beeindruckende Erfahrung stellte die Zusammenarbeit mit den Teilnehmerinnen der Frauengruppe dar. Durch die Reflektion über die eigene Geschichte und das Feedback der anderen Frauen wurde vielen bewusst, welche Leistungen sie vollbracht hatten, welche Hürden sie nehmen mussten und wie viel Mut und Tatkraft sie aufbringen mussten, um im Leben zu bestehen. So entwickelten die Teilnehmerinnen Vertrauen in Fähigkeiten, derer sie sich vorher oftmals nicht bewusst waren. Auch die Fähigkeit Geschichten zu schreiben und mit einem digitalen Bildbearbeitungsprogramm umzugehen gehörte dazu. Sie entwickelten Stolz und Freude und Tatkraft bei der Gestaltung ihrer digitalen Geschichten und begannen, sich mit ihrer Geschichte und ihrem Stadtteil zu identifizieren. Ihr entwickeltes Selbstvertrauen drückte sich in der öffentlichen Präsentation ihrer persönlich gefärbten Geschichten aus. Teil des Erarbeitens der Digitalen Geschichten war die Reflektion über die eigene Lebensgeschichte, so begannen die Teilnehmerinnen sich auch mit ihrem Leben in Grünbühl auseinander zu setzen. Das Thema Soziale Stadt spielt für viele Grünbühler eine große Rolle. So begannen die Projektteilnehmerinnen ihre eigene Sicht der Projekte der Sozialen Stadt zu formulieren und nutzen das Angebot, ihre Sicht der Dinge zu erzählen und zu veröffentlichen. Ihre - im Vorfeld des Projekts - überwiegend ablehnende Haltung gegenüber den Projekten der Sozialen Stadt wandelte sich in eine engagierte Haltung, die auch Dialogbereitschaft beinhaltete.

Das Projekt mit den Grundschulkindern der Eichendorffschule fand auf Initiative der Schule statt, die sehr an diesem Projekt interessiert war. Digitale Geschichten mit Kindern zu erstellen, bedeutete eine große Herausforderung. Die Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer der Kinder war sehr viel begrenzter, auch ihre Schreibfähigkeit manchmal eingeschränkt, was den Betreuungsaufwand insgesamt gesteigert hat. Gleichzeitig bedeutet aber der direkte Zugang der Kinder zu ihrem Leben und ihren Erfahrungen auch eine enorme Bereicherung. Deutlich wurde die Kreativität, der Forscherdrang und die Begeisterung der Kinder, wenn sie von ihren Freizeitbeschäftigungen und ihren Zukunftsplänen sprachen: Pilot, Erfinder und Ärztin. Aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der die Kinder lernen, drückte ein Mädchen aus: »Ich bin gern in der Schule, weil man schlau wird, wenn man übt«. Die Schule spielt im Leben der Kinder eine große Rolle. Hier erwerben sie die Grundlagen für ihre Zukunft und das ist ihnen sehr bewusst.
Grundsätzlich lässt sich bemerken, dass das Interesse an den Digitalen Geschichten und dem Prozess vorhanden war und natürlich viele Leute etwas zu erzählen hätten, jedoch waren die meisten nicht bereit dazu, die Ergebnisse öffentlich zu präsentieren. Die Hemmschwelle dazu ist noch sehr groß. Hier sollte deshalb der Focus mehr auf den Prozess gerichtet werden ohne gleich den Druck einer öffentlichen Präsentation zu schaffen.
Die Geschichten zeigen ein lebendiges Bild des Stadtteils und laden ein zur Reflektion und Diskussion, fördern Einfühlung und Verständnis. Die TeilnehmerInnen erfahren Wertschätzung und Resonanz für Ihren Mut, ihre Erfahrungen und ihre Lebensgeschichten öffentlich zu machen, sie entwickeln sprachliche, kommunikative Fähigkeiten und ihre Medienkompetenz.

Zielgruppe // 6 Teilnehmerinnen der Frauengruppe und 2 Konfirmandinnen der ev. Martinsgemeinde und SchülerInnen der Eichendorffschule
Projektdauer // 2008-2010
Präsentationen //diverse

2. Preis beim landesweiten »Zeig, was du kannst!« Schülerwettbewerb vom »Kindermedienland BW« 2011
Das Projekt der Tanz-und Theaterwerkstatt mit AG der Eichendorffschule gewinnt einen zweiten Preis des Schülerwettbewerbs von »Kindermedienland BW«
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